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von meim Opa.“ Es war ein großes
weißes Feuerzeug mit dem Wappen von Stuttgart drauf und das Wort
Stuttgart stand in schwarzer Schrift unter dem Wappen. „Da schmeckt’s
doch gleich nochmal so gut, nicht wahr?“ „Ha voll subbr. Hani
etz gschenkt kriegt. Jahre drauf gwardet.“ Aus dem Beifahrerfenster
des Ford Transit hing ein alter löchriger Schlafsack. Hinter der
Rückbank stand ein gigantischer Leslie und eine Orgel der Marke Hammond.
Erich bemerkte mein Interesse. „X5. Voll subbr“. Als ich Erich
das zweite mal sah hatte er ein Gläsle Dinkelacker vor sich stehen
und erzählte von seinen Zeiten als Bassist. Ich suchte gerade einen
Bassisten und meine Generalmanagerin riet mir: "Frag doch gleich
ihn.“ Es dauerte nicht lange und wir waren unterwegs. Ein ganzes
Jahr. Ein Jahr und 60.000 Kilometer. Wir trafen uns in Bernhausen. „So,
also was brauch ich?“, sagte Erich zu sich selbst, rannte in den
Keller und kam mit einer Lautsprecherbox wieder. Verschimmelt von oben
bis unten; das Moos war schon am blühn so grün. Erich bemerkte
mein Staunen. Schnell nahm er seinen Schlafsack, der gleiche wie damals
und rieb das Moos damit ab. Dann hielt er mir den Schlafsack unter die
Nase. „Voll subbr, damit war mein Opa scho im Krieg. Mit dem war
ich scho in Indien, überall.“ Er drehte sich um, rannte auf
den Dachboden und kam wieder mit einem Verstärker der württembergischen
Marke Suprem. Der Verstärker war steinalt, hatte einen super Sound
und brannte später gelegentlich durch. Rauchte so gern wie sein Besitzer
es tat. Zack-schnappte sich Erich noch ein Paar dünne, 10 Mark teure
Turnschuh, blaue, die er Clubschuhe nannte, und nur nachts in den Clubs
zum Auftritt trug, außer im Sommer, da stand er barfuß auf
dem Schlafsack, den Bass und eine Maobibel dazu, gab seiner Geliebten
`nen Kuß, „Also etz hanis, zur Autobahn geht’s hier
hochzus“ und weg waren wir. Er entpuppte sich als fürsorglicher
Kollege. Er kochte und plante und gab’s mal sonst was zu tun, war
er der Erste der sagte: „Komm dann sau i gschwind num. Hanoi des
isch doch koi Probläm“. Nur in Berlin, da, wenn er nachts in
den düsteren Spelunken oft nahezu volltrunken „a Krischdall“
sich bestellte, da hatte er’s schwer. Und wir hinterher. So stand
er mal da, mit `ner Orgel so groß wie sein Wagen und ein ander mal
war’s ein ganzes Klavier. Irgendwann war die Tour dann zu Ende und
jeder ging wieder den eigenen Weg. Und eines Tages nach Jahren, klingelte
hier in Berlin das Telefon und Erich war dran. „Ich gurk mal gschwind
hoch“, sagte er knapp und tagsdrauf war er da. „Ich schlapp
mal schnell rüber zur Gewerkschaft bis gleich.“ Eine knappe
Stunde später kam er zurück, mit zwei Flaschen Trollinger unterm
Arm und dem Gesicht voller Glück. Setzte sich nieder, atmete durch
und sagte ganz stolz: „So etz bin ich Berufsmusiker. Ganz offiziell.“
Sofort fing er an die wildesten Tonfolgen zu kombinieren die er Jingles
nannte, auf einem billigen japanischen Kleinorchestergerät. Bald
waren’s ein Dutzend und bald noch viel mehr und das was Sie jetzt
hier hören ist das Endresultat. | ||||