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seither im Handumdrehen, und nachts um halb
eins ist meist noch lange nicht Schluss. Die speckige Kappe der guten
Hoffnung tragen alle vier, Capt'n ist aber unangefochten Carolin Schattenkirchner,
die Frau am Steuer. Ihr Kontrabass gibt den Kurs vor, der - ständig hart
am Wind kreuzend - jegliche Flaute elegant umschifft. Unterstützt wird
sie dabei von Matthias "Beeker" Bauche, der mit seiner vor den Bauch geschnallten
Snare-Drum die Schlagzahl vorgibt. Sein stoischer Gesichtsausdruck legt
die Vermutung nahe, dass er sich auch vom Klabautermann persönlich nicht
aus dem Takt bringen ließe. Heimweh und gleichzeitig Fernweh kommen auf,
wenn Freibeuter Dieter Fuchs, der auch das eine oder andere Seemannsgarn
zu spinnen weiß, ein Lied anstimmt und die Gitarre und das Meer in Einklang
bringt. Dann summen auch die anderen leise mit. Das traditionelle Instrument
der christlichen Seefahrt bedient Jochen ‚erich' Abel. Seine Fingerfertigkeit
am Schifferklavier kann Stürme entfachen. Aber die lieben wir ja bekanntlich.
Und egal, ob gesungen wird oder nicht: ausgefeilte Arrangements gewinnen
den tausendmal gehörten Klassikern völlig neue Aspekte ab. Dabei sind
alle Seebärinnen und Gummibootbesitzer im Publikum herzlich eingeladen
zu demonstrieren, wie viele Strophen von "What shall we do with the drunken
sailor" oder "My Bonnie lies over the ocean" ihnen geläufig sind. Das
Repertoire reicht von Max-Eyth-See bis Südsee. Ein Schiff wird kommen
so oder so. Ob es nun ein Hamburger Veermaster ist oder das gelbe U-Boot
der Beatles, weiß man vorher nie so genau. Vielleicht fährt es auch vorüber.
Sicher ist nur, dass bei allen Interpretationen maritimen Liedguts Hörgewohnheiten
aufgebrochen, die Erwartungen aber nie enttäuscht werden. Überraschende
Tempowechsel, schräge Takte und Einflüsse aus Jazz, Tango, Gipsy-Swing
und Sixties-Beat sorgen für verblüffende Halsen und Wendungen, die ohne
elitären Avantgarde-Anspruch dadaistisch wirken können. Seekrank machen
sie allemal. Das Quartett bringt selbst Holländer zum Fliegen! Wer Kutter
noch immer für den Vornamen des Eimers und Schoner für die Dienstbekleidung
von Finanzbeamten hält, sollte sich von CAPT'N UND DIE JOHNNYS schleunigst
eines besseren belehren lassen. Ob in Stuttgart, Rio oder Shang Hai, Bali
oder Hawaii ist dabei unerheblich. Hauptsache LIVE!!!
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