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Debüt des jungen griechischen Regisseurs
Alexis Mueller erzählt, stimmungsvoll in grobkörnigen schwarz-weiß-Bildern
fotografiert, die Geschichte der 20-jährigen, tanzbegeisterten Lillian
aus Las Vegas, die auf der Suche nach den Spuren ihres großen Vorbilds
Isadora Duncan (gilt als Begründerin des Modernen Tanzes; kam in
den 30er Jahren auf tragische Art ums Leben - ihr Schal verfing sich in
den Speichen ihres offenen Bugatti Cabriolets...) Europa in einem alten
Volvo Amazon durchquert. Auf dieser Reise findet die Protagonistin zwar
nichts von dem was sie ursprünglich gesucht hatte, lernt aber ein
Europa der Seitenstrassen, Hinterhöfe, Außenseiter und (Lebens-)Künstler
kennen. Ein Europa (England, Frankreich, Deutschland, Spanien, Luxemburg,
Schweiz, Italien) das sich für die junge Amerikanerin als eine völlig
andere Welt entpuppt als das der Sehenswürdigkeiten das sie erwartet
hat.
Skurrile Situationen, überraschende Situationskomik, schräge
Charaktere und nicht zuletzt der Trip durch ein Europa, das sich in diesem
Werk in sehr ungewöhnlichen Perspektiven präsentiert, führen
letztendlich zu einer überraschenden Schluss-Sequenz am Grab von
Marc Bolan.
Den augenzwinkernden Charme des Films, der zu keiner Zeit in Stereotypen
oder platte Klischees abgleitet, erhält dieser nicht zuletzt durch
die hervorragende schauspielerische Leistung der ausnahmslos unbekannten
oder Laiendarsteller.
Soviel zum Film.
Nun zum Soundtrack...
Die Zusammenstellung der Film-Musik unterstreicht in jeder Hinsicht perfekt
die "zartbittere" Stimmung des Films und ermöglicht auf
diese Art wohl auch erstmalig eine eingehende Würdigung eines Aspektes
europäischen Musikschaffens, das es unter normalen Umständen
eher selten schafft ins große Rampenlicht zu treten. Musik bzw.
Künstler die, in der medialen Realität einer MTV/VIVA-gesteuerten
Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, ein höchst kreativ/produktives
Dasein pflegen. Musikalische Querulanten. Ebenso störrische wie sensible
Charaktere die weitgehend unbemerkt die Underground-Venues, Bars, Kulturläden
des beinahe schon vereinten Europas unermüdlich bespielen und dabei
schlicht großartige Musik schaffen. Eine aufregende Entdeckungsreise
durch das Unterholz des Kulturdschungels das eine erfrischende, ganz eigene
Dynamik entwickelt, die einen richtiggehend in ihren Sog zieht.
Ein ebenso sympathischer wie stimmiger Soundtrack der dem Film an Stimmung
und Charme in nichts nachsteht. Ein Soundtrack dessen stilistische Eckpunkte
zwischen LoFi-Pop, Easy Listening, Singer-/Songwriter Attitüde, beinahe
schon jazzigen Aspekten und nicht zuletzt Mut zum Experiment liegen, geht
hier eine durch und durch schlüssige Verbindung ein, der auch ohne
die dazugehörigen Bilder eben solche im Kopf des Hörers zu erzeugen
vermag.
Aussergewöhnlich.
9:PM Records * Martti Trillitzsch (Promotion) * Schwabacher Str. 57 *
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