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Erich
in Indien – Ein Mann sucht einen Mann
Geschichten, Dias, Live-Musik - ein Roadmovie mit Standbildern
Manchmal passiert mir das. Ich höre
eine Band zum ersten Mal und bin sofort begeistert. Ungünstig, wenn
der Tonträger unbeschriftet daher kommt. Das Einzige was ich wusste:
die Kassette stammt aus Asien. Also fragte ich einen Freund aus Nepal,
wo in Asien solche Musik gemacht wird. Seine bestechend präzise Antwort:
„Maybe Bangladesh“.
Jetzt wollte ich es aber unbedingt genau wissen und machte mich zusammen
mit drei Freunden auf den Weg nach Indien.
Unser Plan: Jedem Passanten, der uns dort über den Weg läuft,
setzen wir die Kopfhörer unseres Walkmans auf und lassen ihn lauschen.
Wird schon irgendwann einer dabei sein, der die Band kennt.
In Kolkata angekommen geht’s auch gleich in die Vollen. Schnell
stellt sich heraus, dass wir uns die Busfahrt nach Bangladesch schenken
können. Der Sänger singt in einer der Sprachen Südindiens.
Nun ist Südindien recht groß, sehr weit weg und sehr heiß
obendrein. Trotzdem machen wir uns auf die Socken.
Nach 30 Stunden, (ich) mit Magenverstimmung im Gepäcknetz eines hoffnungslos
überfüllten Zugabteils, erreichen wir den Bahnhof von Chennai
(Madras). Es folgen Interviews mit Kleinkriminellen, Mönchen und
Managern. Gewohnt wird in Absteigen mit 24 Stunden Beschallungsgarantie
(von links: Hauptverkehrsader – von rechts: Fernsehapparat im Flur).
Die Moskitos sind so klein, dass sie in der Lage sind, durch die Maschen
der Netze zu schlüpfen und uns Nacht für Nacht piesacken.
Jedoch, zu guter Letzt kennt einer der Befragten einen, der wiederum einen
kennt der uns den Namen des Sängers verrät. In einem Musikfachgeschäft
findet sich dann tatsächlich eine ganze Palette von CDs unter dessen
Namen – alle mit Adresse der Plattenfirma versehen.
Der Rest ist ein Kinderspiel. Nach fünf Wochen Suche haben wir es
geschafft und eine Audienz beim Meister in der Tasche. Schlappe 400 Kilometer
bis Bangalore müssen noch bewältigt werden, dann stehen wir
vor seiner Tür ...
Erich ist seit vielen Jahren in Sachen Musik unterwegs, hat in diversen
Bands gespielt, tourte aber oft auch Solo durch die Lande. Seine letzten
Fernreisen führten ihn nach Nepal, in den Ural, nach Eritrea und
Indien.
Erich
Raum 4: Piirakka-Klubi mit Erich A.
Mit dem Akkordeon um die Welt
von Alexander Weber
Erich A. lädt ein zu einer Tour von
den Alpen nach Indien. Erich A. hat einiges zu erzählen und eröffnet
die Piirakka-Klubi Konzertreihe des finnischen Szene-Ladens Kioski.
Die erste Veranstaltung der Kioski-Konzertreihe kommt erstmal ohne finnischen
Künstler aus. Wer die Superpunk Tour verfolgte konnte bereits zu
Gehör bekommen, wie sich Erich A. als Supportakt in die Herzen des
Publikums quetschte, abstruse Geschichten und Dia Vorführungen mit
dem Klang seines Akkordeons mischte. Aber aufgepasst! Erich spielt die
Quetsche nicht, wie andere Leute die Quetsche spielen. Erich zeigt wie
viel Anarchie und Abenteuer in einem Blasebalg stecken können und
nimmt das Publikum bei seinen Auftritten mit auf eine musikalische Erzählreise.
Von den höchsten Höhen der Alpen, drunter durch und drüber
über den Ural bis zur Einkehr in Indien.
LottaLeben.net 3-Städte-Magazin
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